Magisch – Überraschungen – abwechslungsreich –

am Nerv getroffen – Spannung bis zum Schluss

Bereit für eine 2. Auflage in einem Buch

Der Geheimagent Reto Horn wird in einem Dorf im Hinterland von Rimini verbrannt in einem Haus gefunden. Man vermutet einen Anschlag der terroristischen Gruppen, welche Horn verfolgte. Ein paar Monate später wird sein Sohn Gian von seinem Junggesellen-Abschied entführt. Die beiden Visionäre von London werden zur Hilfe gebeten. Die Ermittler Henry Stone und Roy Wood wenden ihre Methoden an, welche sie bei den Mönchen im Kloster in Bhutan lernten. In ihren Visionen sehen sie die Bilder mit den Explosionen in mehreren europäischen Städten. Sie vermuten die terroristische Gruppe, welche von Reto Horn verfolgt wurde, stecken dahinter. In welcher Stadt und wo die Terroristen die Bomben legen, um Europa zu destabilisieren, diese Bilder werden von den Visionären verfolgt. Auf den nordfriesischen Inseln soll ein Treffen mit Politikern, Managern aus der Wirtschaft und prominenten Fachkräften stattfinden. Auf welcher der Inseln müssen die Bomben gesucht werden?
Das  Antiterror-Team ATT und die Visionäre verlegen ihr Suchzentrum nach Rimini, wo alles angefangen hat. Ist die verkohlte Leiche, welche im verbrannten Haus gefunden wurde, tatsächlich der Agent? Auch die Verlobte von Gian und ihre Mutter, eine Italienerin fahren ins Hinterland von Rimini. In der Kathedrale stoßen sie auf eine Lösung des Rätsels. In den Gassen von Rimini sehen sie einen eigenartigen Mann, welcher immer wieder kurz irgendwo auftaucht und irgendwo wieder verschwindet.
Ein paar Männern des ATT unter der Leitung von Reto Horn reisen nach Baghdad, um seine Informanten zu kontaktieren. Einer kann ihm sagen, wo das Haus des Multimillionärs steht, welcher als Kopf der terroristischen Gruppe vermutet wird. Vor der Villa werden die Leute von Killern empfangen.
 
Orte der Handlungen:

Italien Hinterland, Rimini, Region Bergamo, Berlin, Bhutan im Land des Donnerdrachens, Städtchen in Bayern, Cottbus, Altenrhein, Flugplatz Fricktal, Zürich, Baghdad Irak.

 

In der Stadtwohnung von Gian

Der letzte unangenehme Schritt ist, die Wohnung von Gian in Ordnung zu bringen und alles, was die Polizei nichts angeht, wegzubringen. Das muss sehr schnell erledigt werden.

 

Gian hat ihm noch vor ein paar Wochen die Anweisung gegeben, welche Claudio nicht ganz verstanden hat.

‚Nimm den Schlüssel meiner Wohnung zu dir, falls mit mir etwas geschieht. Hier ist ein Brief für Angela und gib ihr diesen persönlich. Niemand darf etwas von diesem Brief wissen.’

Diese Worte klingen jetzt Claudio ganz klar in seinem Ohr. Damals staunte er über diese Vorsichtsmaßnahmen welche Gian getroffen hat. Gian musste etwas geahnt haben, aber warum? Vorsichtig, etwas nervös steckt Claudio den von Gian erhaltenen Schlüssel ins Türschloss zu seiner Wohnung. In dieser modernen, eher spartanisch eingerichteten Wohnung auf zwei Etagen war Claudio in den letzten Wochen sehr oft zu Besuch. Sein Freund war sehr ordentlich, nie lagen Kleider, Bücher, Zeitungen oder Teller mit Essensresten umher. Er ist gespannt, was ihn dieses Mal erwartet. Durch einen kurzen Korridor mit je einer Tür auf der linken und auf der rechten Seite geht er langsam in das geräumige Wohnzimmer. Eine weiße Ledergarnitur füllt die rechte Seite des Raumes. Der auf das modernste ausgerichtete Fernseher war der Stolz von Gian. Gegenüber der Wohnungstür steht der Schreibtisch mit der Glasplatte. Wer sich in den roten, bequemen Bürostuhl setzt, blickt über die Terrasse auf das Städtchen mit den grünen Hügelzügen im Hintergrund. Er öffnet die unterste Schublade des Schreibtisches und fasst mit sicherem Griff hinein, um den Brief für Angela heraus zu holen. Nur wenig Papier und Büromaterial liegt in dieser Schublade. In allen Schubladen sieht Claudio nach, ob etwas nicht mehr darin ist, was sein sollte. Auf der Glasplatte steht eine Lampe auf einem rechteckigen Klotz. Auch diesen hebt er an, ein Brief liegt nicht darunter. Auffällig ist, dass keine persönlichen Papiere, die Ordner mit Bank-unterlagen, Versicherungs-Policen, Korrespondenz nicht mehr vorhanden sind. So genau hatte sich Claudio bei seinen Besuchen in Gian’s Wohnung nie umgesehen; er kann nicht feststellen, was fehlt. Falls die drei Lederkombis in dieser Wohnung waren, musste Gian den Brief woanders versteckt haben. Der Versuch, das Handy mit einem Anruf zu suchen ist fehlgeschlagen, kein Läuten ist zu hören. Das Telefon steht nicht mehr auf seinem Platz. Von diesem hört Claudio keinen Ton. Jetzt fällt ihm auf, dass auch der Computer fehlt. Der Brief könnte einen Hinweis auf das Verschwinden von Gian geben, demnach muss er diesen finden. In den Polstersesseln gibt es keine Möglichkeit etwas zu verstauen. Auf der rechten Seite des Raumes steht der lange Esstisch aus Glas mit den sechs Stühlen. Wie oft hatte ihn Gian bekocht; er kannte ein paar spezielle Rezepte aus seiner Heimat. Beim Essplatz findet er kein Versteck für einen Brief. Die Lautsprecher der Musikanlage, diese stehen nicht mehr am Boden. Claudio sieht nach, ob die Musikanlage im Kasten neben der Küchentür steht. Aber dieser wurde ausgeräumt. Claudio setzt die Suche in der Küche fort, wo es bestimmt viele Verstecke für einen Brief gibt. Der Abfalleimer ist leer, die Geschirrspülmaschine ist ebenfalls leer und im Kühlschrank nichts, nicht einmal eine angefangene Mineralwasserflasche. Das Gefrierfach ist abgetaut.

‚Die haben sich viel Zeit gelassen, um die Wohnung leer zu räumen. Um alles wegzubringen brauchte es ein großes Auto. Ob jemandem im Haus ein Auto aufgefallen ist?’

Er öffnet alle Türen zu den Kästen und alle Schubladen. Das Geschirr, die Gläser und das Besteck mit den Kochutensilien wurden zurück gelassen. Claudio nimmt den Stapel mit den Tellern aus dem Kasten und stellt diesen auf den Rüsttisch.

‚Vielleicht hatte er die Möglichkeit eine Notiz unter einem Teller verschwinden zu lassen.’

Leider ist auch zwischen den Tellern nichts. Er sieht sich noch mal ganz genau in der Küche um, ob er nicht noch eine Ecke sieht, um etwas zu verstecken. Zwischen den Kochbüchern hat er noch nicht nachgesehen; auch da ist nichts.

‚Wenn jetzt Gian mir zusehen könnte, würde er verschmitzt lachen.’

Alles ist an seinem Platz, die Küche ist blitzblank sauber. Ein neuer Mieter könnte hier einziehen und sein persönliches Leben führen. Die Lederkombis haben einen Schlussstrich unter dem Leben von Gian gezogen. Traurig steigt Claudio die Wendeltreppe neben dem Durchgang hoch. Er steht im aufgeräumten Schlafzimmer. Schnell und mit einer Wut gepackt reißt er den Überwurf weg, die Bettdecke auf den Boden und tastet die Kopfkissen ab. Das Leintuch reißt er mit einer riesigen Kraft weg. Unter dem Bett ist nichts als etwas Staub zu sehen. Die Schubladen auf der linken Seite der Kommode sind leer. Auf der anderen Seite ist die Unterwäsche von Angela zurück geblieben. Auch zwischen den Kleidungsstücken findet er keinen Brief. Wenn diese schmutzigen Männer die Unterwäsche von Angela berührt haben. Bei dieser Vorstellung wird Claudio geschüttelt. Auch Angela ist sehr sauber und sorgfältig. Jetzt durchsucht Claudio den großen Schrank, öffnet die linke Türe und erschrickt. Einsam hängt der Hochzeitsanzug von Gian an der Stange. Jetzt erst wird ihm bewusst, dass auch er immer noch den Hochzeitsanzug trägt. Er kontrolliert, ob dieser bei der Suche nach dem Brief sauber geblieben ist. Mit flinken Fingern durchsucht Claudio die Taschen des Anzuges, welchen sein Freund bei seiner Hochzeit tragen sollte. Kein Brief, gar nichts, nicht einmal ein Taschentuch findet er. Die Hoffnung sinkt immer tiefer. Hinter der rechten Tür findet er die Kleider von Angela. Sie könnte hier einziehen und in dieser Wohnung weiter leben. Ob sie das wirklich will? Im Bad dasselbe Bild, die Toilettenprodukte von Angela sind vorhanden, aber diejenigen von Gian fehlen. Auch in diesem Raum findet Claudio keinen Brief. Wieder steigt er die Wendeltreppe hinunter und überlegt, wo es noch einen Platz in der Wohnung gibt, um einen Brief zu verstecken.

‚Gian, du hast es mir nicht leicht gemacht.’

Claudio braucht frische Luft, er erstickt in dieser Wohnung und öffnet die Terrassentür. Die Erinnerungen schmerzen, viele Stunden hatte er mit Gian auf der Terrasse am kleinen Tisch gesessen. Wein getrunken, einen Imbiss genommen und diskutiert über die Welt und was wir für die Zukunft zu erwarten haben. Zurück in der Wohnung nimmt er den Schlüssel vom Schreibtisch, wo die ganze Suche begann. Was hatte ihm Gian über diesen Schlüssel gesagt?

‚Der ist auch für den Keller, den Briefkasten und die Garage.’

Wusste Gian, dass er abgeholt werden könnte?

‚Mein lieber Freund, wo hast du den scheinbar so wichtigen Brief versteckt? Du musstest sicher sein, dass die Lederkombis den nicht fanden.’

Er nimmt den Schlüssel, sieht sich nochmals in der Wohnung um und fährt mit dem Lift bis zum Ausgang. Unten angekommen, öffnet er den Briefkasten und sieht hinein. Alles ist dunkel. Er will die Türe schließen, öffnet sie aber wieder, da ist etwas. Mit einer Hand tastet er hinein und nimmt sie mit einem schwarzen Umschlag heraus. Claudio staunt:

‚Gian wusste, dass alles durchsucht wird. Aber den Briefkasten haben die nicht geöffnet, sondern nur durch den Schlitz gesehen. Ein schwarzer Briefumschlag fällt nicht auf.’

Schnell läuft Claudio wieder die Treppe hoch zurück in die Wohnung. Er öffnet den schwarzen Umschlag und da steckt tatsächlich ein Brief für Angela drin. Claudio wählt die Handynummer von Angela, es läutet. Er lässt lange läuten, er versteht es, wenn die unglückliche Braut keinen Anruf entgegen nimmt. Trotzdem, er ist sicher, dass in diesem Brief die Erklärung für das Verschwinden von Gian steht. Angela muss diesen Brief so schnell wie möglich erhalten.

 

Das spezielle Telefon des Kontaktmannes in Europa klingelt. Der Europäer greift nach seinem Handy auf dem Tisch. Der korpulente Mann, Steve, meldet sich gelangweilt.

Der Kopf:

„Diese Idioten haben sich den Sohn des Agenten geschnappt. Suche ihn und bringe ihn wieder nach Hause. Unser Plan darf nicht dadurch gestört werden.“

„Ich weiß nichts davon. Wer hat dir das erzählt.“

„Ich habe meine Quellen. Pass auf, auch du wirst überwacht. Bestätige mir diesen Auftrag.“

„Verstanden. Ich versuche ihn zu finden.“

Das hat mir noch gefehlt, dass dieser Milliardär sich in mein Leben einmischt.’ 

Der Europäer legt sein Handy wieder auf den Tisch.