Jagd durch die Wüsten von Ägypten
Diese Geschichte basiert auf einer statt gefundenen Entführung in der Sahara
im Feb. – Aug. 2003
Die Faszination der weißen Wüste hielt die europäischen Touristen im Bann, bis dieser sich im Morgengrauen abrupt auflöste. Als ihnen Kalaschnikows an den Kopf gehalten wurde, ging die Jagd durch den Sand los.
Die Polizei und das Militär suchten auf Grund Stones Visionen in den verschiedenen Oasen und bis zur libyschen Grenze nach den Touristen. Die Spuren führten die Verfolger immer wieder an neue Plätze, wo Funde gemacht wurden, wonach alle Hoffnungen schwanden.
Es kommt immer wieder vor, dass Touristen oder Journalisten usw. als Geiseln genommen werden. Der Zweck ist meistens, um sich Geld zu verschaffen oder ein inhaftiertes Mitglied aus ihrer terroristischen Gruppe zurückfordern wollen
Im Buch werden 12 Deutsche, 4 Österreicher, 2 Niederländer, 1 Däne
und 4 Schweizer entführt.
Die Regionen, welche im Buch vorkommen.
Kairo, Alexandria, Sinai, Gaza, die Oasen Bahariya und Siwa, Qattara Senke, am Ufer des Nils
Die Geiselnahme 1. Februar morgen früh
Von Kairo kommend, rollte der Bus über die Jeep Piste. Sie hatten die Oase Bahariya hinter sich gelassen und fuhren Richtung Süden auf die Oase Farafra zu. Sie wollten noch bevor es Nacht wurde, den Eingang zur ‚Weißen Wüste’ erreichen. Bizarre Gebilde aus Kalkstein ragten vor ihren Augen auf. Die vier Wüstentouristen hatten ihr Ziel erreicht. Die legendäre Tafel am Rand der Sandpiste wies auf die Einfahrt ins Gelände der weißen Wüste hin. Die Hitze des Tages machte die Europäer mürbe, der Hunger meldete sich und die Vier sehnten sich nach einem Platz, an dem sie ihre müden Körper ausruhen konnten. Die Hemden und Jeans klebten an ihren Körpern, der Schweiß war unbehaglich und überall kribbelte es. Sie suchten nach einem Platz, um das Nachlager aufzuschlagen. Übernachtung unter dem freien Sternenhimmel, eingehüllt in den vor Kälte schützenden Schlafsack war für alle ein neues Erlebnis. Davon schwärmten alle vier Reisenden, nachdem sie am 1. Februar das Hotel in Kairo in Richtung Wüste verließen. Die knurrenden Mägen machten die beiden jungen Frauen und die Männer ungeduldig, beinahe aggressiv. Doris und Anne, welche auf dem Hintersitz des Busses saßen, kritisierten den Fahrstil von Fred. In der Schweiz hatte Fred seinen Bus wüstentauglich umgebaut, bemalte ihn mit Zeichnungen und Schweizer-wappen auf jeder Seite. Die Ausrüstung wurde sorgfältig ausgewählt, nicht mit zu vielem, aber auch nicht mit zu wenig Material wurde der Bus beladen. Fred hatte die gesamte Reise auf das genaueste Detail geplant. Sein gesamtes Wissen steckte in der Planung. Nichts konnte schief gehen. Die Reise aus der Schweiz hinunter nach Griechenland konnten alle genießen. Der Bus mit seinen Passagieren und dem gesamten Gepäck für die Outback in der Wüste wurde auf eine Fähre nach Alexandria verladen. Auf der Fähre konnten sich alle ausruhen, der nach Salz riechende Wind wehte durch ihre Haare. Ferien, die Freude das Abenteuer Ägypten und die Wüsten drangen in ihre Herzen ein.
In Alexandria angekommen, waren alle ausgeruht und frisch für neue Taten. Sie fuhren sofort nach Kairo, wo Hotelzimmer auf sie warteten. Zwei Tage nahmen sie sich Zeit, um Kairo zu besichtigen. Eine wirklich beeindruckende Stadt, welche sich nicht mit einer Stadt in Europa vergleichen ließ. Der Beifahrer Ralf schaute angestrengt auf die weiße Sand Straße und die Gebilde daneben. Plötzlich sah er etwas, zeigte nach vorne und rief:
„Da vorne, seht ihr die beiden Jeeps?“
„Bin noch nicht blind ….. wer sind diese Leute?“ wollte Fred wissen, während er den Bus über den Sand an den Märchenfiguren, Pilzen, Bäumen aus Kalkstein vorbei lenkte. Unruhe schlich sich in die vier Globetrotter ein. Was tun, wenn diese Mudschaheddin waren? Alle Augen richteten sich auf die beiden Jeeps. Diese fuhren zu einem Kalksteinfels einer Skulptur, die einem Baum am Wegrand glich. Als sie näherkamen, erkannten die Mitfahrerinnen den langen, dünnen Mann, welcher gerade aus einem der Jeeps ausstieg. Erleichtert schrie Doris:
„Das ist Harald aus Deutschland. Wir hatten ihn im Hotel in Kairo kennengelernt!“ Es war die Gruppe aus dem Hotel und Fred steuerte seinen Bus auf die beiden Jeeps zu. Angespannt beobachteten die Frauen und Männer beim Jeep das sich nähernde Fahrzeug. Harald, der lange Hüne erkannte bald den Bus:
„Das sind die Schweizer, siehst du das Schweizerwappen vorne auf der Motorhaube des VW-Busses?“ Die Wüstenreisenden, es waren insgesamt sechs aus Deutschland und vier aus der Schweiz, tauschten die bisherigen Erfahrungen und Erlebnisse aus. Sie wärmten die mitgebrachten Beutel zum Abendessen. Glücklich genossen alle das einfache, nahrhafte Essen und tranken Wasser. Mit diesem mussten sie für die weiteren Tage sehr sparsam umgehen. Die Körperreinigung mit Wasser musste auf später verschoben werden, sobald sie wieder zurück im Hotel in Kairo waren. Später, erst sehr viel später in der Nacht, stießen noch zwei Motorradfahrer aus Österreich zur Gruppe. Auch diese wurden mit viel Hallo und Freude empfangen. Alle richteten sich ein Nachlager ein, unter einer Baumskulptur oder zu Füssen eines mächtigen Bullen aus Kalkstein, wo sie sicher und ruhig schlafen konnten, um am Morgen frisch erholt weiter zu reisen. Bald versanken die Globetrotter in einen Tiefschlaf, Stille lag über den Skulpturen und den Menschen. Die Kälte kroch um die Schlafsäcke herum, davon bekamen die von der Müdigkeit gepackten Geschöpfe nichts zu spüren. Ein Klicken, ein unklarer Befehl, Fred wurde trotz des tiefen Schlafes sofort wach. Er öffnete vorsichtig seine Augen, ein Rohr wurde auf sein Gesicht gerichtet. Fred versuchte sich zu erinnern, wo er sich befand. – Die anderen, ein Schreck und er drehte seinen Kopf auf die Seite, schon kam das Rohr näher an sein Gesicht heran. Er hörte verschiedene Stimmen, Unruhe war zu spüren. Der Mann mit dem Rohr, es war eine Kalaschnikow, gab ihm zu verstehen, dass er aufstehen soll. Jetzt erst bemerkte er, was wirklich geschah. Jeder Tourist wurde von einem unangenehmen, dunkelhäutigen, bärtigen Mann mit einer Waffe begleitet. Man forderte die Touristen aus Europa auf, eine Tasche mit den allernotwendigsten Toilettensachen und Kleidern aus ihren Fahrzeugen zu holen und in die bereitstehen Wüstenfahrzeuge einzusteigen. Fred trauerte seinem Bus nach, sein ganzes Herzblut steckte in den Verschönerungen seines Vehikels. Die Deutschen waren genauso beunruhigt, ihre beiden Jeeps stehen zu lassen. Die beiden später angekommenen Motorradfahrer aus Österreich versuchten noch schnell ihr Motorrad an einen sicheren Ort zu bringen, denn der Sand würde ihre Lieblinge fahruntauglich machen. Ihre beiden Bewacher wurden nervös, richteten ihre Maschinengewehre auf ihre Schützlinge und schon schallte es über den ganzen Wüstenraum. Alle schauten auf die beiden Motorradfahrer, mit einem Zucken durch die Körper fielen sie neben ihren Transportmitteln in den Sand. Kein Lebenszeichen war erkennbar. Mit Entsetzen nahmen die anderen Touristen wahr, dass sie Gefangene waren, Geiseln, damit hatte niemand gerechnet.