Im Südtirol

Meine Besuche bei Christine

In einem Wochen-Seminar mit Ingrid Kraaz (Farbenlehre insbesondere Heilfarben) im Tessin begegnete ich Christine und ihrem Mann aus dem Südtirol. Für mich und das Ehepaar wurde in einem elegantes Hotel hoch oben über dem Lago Maggiore Zimmer reserviert.  Zusammen mit dem Ehepaar durfte ich am selben Tisch das Essen genießen, wo wir in gute Gespräche über mich über Christine und ihre Familie eintauchten. Warum wieder das Südtirol? Gemeinsam fuhren wir runter ins Hotel im Städtchen, wo der Kurs stattfand. Wir kamen uns immer näher, ich spürte, etwas musste ich im Südtirol kennen lernen. Die Adressen wurden ausgetauscht, mit jedem Telefonat oder Brief erhielt ich immer wieder eine Einladung von Christine, sie und ihre Familie im Südtirol zu besuchen. Meinem spirituellen Lehrer Hans erzählte ich von meiner Abneigung gegen das Südtirol. Er konnte selber eine Rückführung machen. Er wollte feststellen, warum wir eine so starke emotionelle Bindung hatten. Auch er fragte mich früher einmal ihn ins Südtirol zu begleiten. Während seiner Rückführung erkannte er, wir haben in einem früheren Leben als Ehepaar im Südtirol gelebt. Hans war damals meine Frau. Er meinte ich sei eine schillernde Persönlichkeit im Südtirol gewesen. Leider soll ich einige Verbrechen begangen haben. Darunter soll ich einen Söldner beauftragt haben, ihn, damals meine Frau, umzubringen.
„Du hast noch einiges an mir gut zu machen.“

Ich suchte in meinen früheren Leben auf dieser Erde nach Antworten. Warum muss ich heute in der Armut leben? Warum kann ich nicht glücklich sein? Warum werde ich immer wieder von Männer gequält? Meine Tante lud mich mehrmals für ein paar Ferientage ins Südtirol ein. In meinem Magen begann es zu rumoren. Etwas sträubte sich in mir mit dem Wort ‚Südtirol‘. Im Südtirol fand ich einige Kontakte.

Nach diesen Erkenntnissen entschied ich mich, Christine im Südtirol zu besuchen. Ein paar Monate später nahm ich den Kontakt mit Christine auf. Ich fuhr mit der Bahn bis Landeck. Dort wartete ich auf den Bus bis zur Grenze nach Italien. Beim Zoll musste ich umsteigen in den italienischen Bus nach Malls. Damals waren die Grenzen bewacht. Auf der Fahrt wurde ich auf einen Kirchturm mitten in einem See aufmerksam. Christine erzählte mir später die Geschichte von dem Dorf, welches unter Wasser gesetzt wurde. Die Häuser blieben stehen, so auch der Kirchturm. So entstand der Reschensee, auf der Strecke über den Reschenpass. Irgendwie fühlte ich mich in dieser Landschaft zufrieden und ruhig. Obwohl ich in diesem Leben das erste Mal in diesem Land war, fühlte ich mich zu Hause angekommen.

Suchen nach der Burg aus einem meiner früheren Leben

Ich saß in der Küche von Christine. Sie hantierte mit den Geräten, Pfannen und Gemüsen um uns, ihrem Mann, mir und sich selber, ein Mittagessen zu zaubern. Wir plauderten, Christine erzählte von ihren Gruppenarbeiten und den Sitzungen mit einigen Frauen und Männer aus dem Vinschgau.

„Du kannst mir helfen. Hast du deinen Vortrag bereit?“

Natürlich, auch ich habe Erfahrungen mit meinen Schülerinnen, welche ich in die Numerologie einführte. Einige Übungen stellte ich aus meinen Erfahrungen zusammen. Für die Leute im Südtirol bereitete ich einen Vortrag über Emotionen vor. Ein paar Blätter kopierte ich für die Teilnehmerinnen im Gruppenraum von Christine. Meine Freundin Christine meinte, warum ich die Blätter nicht zu einem Heft mache, denn so können es ihre Klientinnen besser aufbewahren. Daraus entstand im Jahr 1996 das Büchlein ‚Lebensbalance‘ worin ich alle meine damaligen Kenntnisse und Erlebnisse geschrieben habe.

Am anderen Tag traf ich auf meinem Spaziergang durch das Dorf Teilnehmerinnen welche am Abend bei meinem Vortrag waren. Sie wollten meine Meinung zu ihren persönlichen Situationen erfahren. Es gab viele Probleme welche auch diese Menschen quälten.

Christine und ihr Mann begleiteten mich auf Ausflügen zu den verschiedenen Burgruinen und zu Freunden im Vinschgau. Inzwischen fand ich heraus, mehrere frühere Leben verbrachte ich im Südtirol. Hans sah mich in einer seiner Rückführungen. Auch den Kirchturm im See besuchten wir. Dabei erzählten mir die beiden warum dieses Dorf unter Wasser gesetzt wurde. Wo sich die damaligen Dorfbewohner weiter oben im Tal in ein paar Weiler ihre eigenen Häuser aufbauten.

Durch die Straßen mit den Obstbäumen fuhren wir weiter in den Süden bis vor Meran. Wir fuhren ein paar Kehren hoch zu einer Burg, welche wir besuchen wollten. Auf dem Weg stiegen wir hoch zu einer schweren Türe, dem Eingang in eine Burg.

„Diese Burg ist die Sommerresidenz von Reinhold Messner.“

Auf die Räumlichkeiten von diesem Bergsteiger war ich gespannt. Vom Besitzer dieses Schlosses habe ich immer wieder Berichte im TV gesehen. Ein Burgführer begleitete kleine Gruppen durch die verschiedenen Räume. Überall vermittelte er uns die einstudierten Erklärungen. Ein Raum im Obergeschoss war die Bibliothek mit den holzigen Büchergestellen. Der Raum war in verschiedenen Brauntönen. Der riesige Schreibtisch stand vor einer Fensterfront, durch welche der Blick über die südtiroler Landschaft und die Berge in vielen Farben führten. In einem anderen Raum im Keller wurden die Bergsteiger Utensilien aus dem Himalaya gelagert. Die beiden gegensätzlichen Energien haben mich intensiv berührt. Aus dem Tibet waren viele Erinnerungsstücke aufgestellt oder an die Wände im Schloss gehängt. Auch wir bringen Stücke von Reisen als schöne Erinnerungen mit in die Gegenwart. Sie erinnern uns an Erlebnisse unserer Vergangenheit unseres Lebens. Die Ausstrahlung bleibt für immer, nicht nur in den Erinnerungstücken.

Christine und ich saßen im Wohnzimmer zusammen und besprachen mein Erlebnis mit meiner Wohnpartnerin. Christine riet mir zu einer Rückführung, um aus einem früheren Leben den Grund zu finden, warum wir uns kennen lernen mussten. In der Rückführung konnte ich mein Leben in einer Burg erkennen. Meine Wohnpartnerin war damals meine Mutter, die mich vernachlässigte. Ich war ihr jüngster Sohn. Christine holte ein Buch über Burgen im Südtirol hervor, wir blätterten darin. Wie finden wir die richtige? Immer wieder sehe ich Bilder aus jener Vergangenheit, beschreibe Christine meine Bilder. Sie schaut sich die Burgen an, welche nach meiner Beschreibung stimmen könnte.

„Es gibt eine, aber die ist inzwischen stark zusammen gefallen. Zurzeit ist  sie mit einem Baugerüst umgeben. Eine andere ist ganz in der Nähe von uns. Wir können hinfahren und du versuchst dich zu erinnern.“

Mit dem Auto fuhren wir nur wenige Minuten zur ersten Burg, welche Christine aus ihrem Buch aussuchte. Wir hielten auf einem Platz unterhalb der Burg und stiegen aus. Ich schaute hoch, aber nichts berührte mich. Es gab keine Verbindung in mein damaliges Leben. Traurig schüttelte ich den Kopf: „Die kann es nicht sein.“

Christine verstand sofort. Wieder stiegen wir in den Wagen und fuhren etwa eine halbe Stunde zur nächsten Burg auf unserer Liste. Wir fuhren bis zur stark zusammengefallenen Burg, welche mit einem Baugerüst umgeben war. Christines Mann parkierte sein Auto unterhalb des Hügels. Christine, ihr Mann und ich stiegen den Pfad hoch zur Burg. Auf dem schmalen Pfad mussten wir vorsichtig gehen, über Baubretter steigen, bis wir vor einem Tor standen. Mit meinen intuitiven Fähigkeiten konnte ich mich in das damalige Leben zurück versetzen. Die eigenartige Lebenssituation mit meiner Wohnpartnerin wollte ich aufklären. Die Frage lautet, warum sind wir beide, so unterschiedlichen Frauen, zusammen gekommen. Nur aus einer Notsituation?

Mit tiefen Atemzügen versuchte ich das Umfeld zu vergessen und stellte in Gedanken meine Fragen:.
‚Was war in dieser Burg? Lebte ich in einem früheren Leben hier? Wer war ich? Wer lebte mit mir auf dieser Burg?‘
immer wieder erschienen Bilder, diese versuchte ich einzuordnen. Ich sehe mir die Mauern genau an, um zu erkennen, wo sich die Räume befanden. Wir traten durch ein zusammengefallenes Tor in einen der untersten Räume. Die Wände waren mit Ruß belegt. Christine erkannte den Raum aus der Rückführung:
„Hier war die Küche.“
Das sah ich auch so. Eine schmale Treppe, zum Teil mit zerbrochenen Stufen führt in die oberen Räume.
„Dort dürft ihr nicht hoch, sonst fällt ihr in die Tiefe.“

Eine Stimme war hörbar, nicht nur für mich, auch Christine hört diese Stimme. Aber niemand stand hinter uns.
„Kommt wir müssen um die Burg gehen. Ich habe eine Tafel gesehen, dahinter war der Eingang zur Burg“ rief uns Christines Mann zu.

Wieder gingen wir den unebenen Pfad vorsichtig ein Stück nach unten um auf den Weg zu kommen, welcher rund um die Mauern der Burg führte. Ein kurzes Stück weiter kamen wir auf den Weg der Bauarbeiter, welcher tatsächlich zum ‚Eingang‘ der Burg führt. Die Räume waren nicht wirklich zu erkennen. Ganz hinten sah ich einen großen Raum, welcher mit einer brüchigen Freske, meist in Rot, versehen war. Scheinbar war es der Raum in welchem sich die Familie zum Essen versammelte. Vor meinem inneren Auge erschien ein Film mit einer Mutter und vielen Jugendlichen. Meine Aufmerksamkeit galt der Mutter.
‚Ach, die sieht aus wie meine Mitbewohnerin. Wo ist der Vater?‘

Ein anderes Bild erschien, ich schaute über ein Schlachtfeld. Einer der Kämpfer stürzt von seinem Pferd. Er wurde auf einer Bahre weggetragen. In einem Zelt erschien die Mutter, meine Mitbewohnerin, sie schluchzte neben der Bahre.

Aha, der Vater der vielen Kinder kam auf dem Schlachtfeld um, also musste sie ihre Kinder irgendwie durchfüttern.

Wieder ein anderes Bild, die jungen Männer und Frauen verabschieden sich von ‚meiner Mitbewohnerin‘. Weinend stand sie da, umarmt ihren Jüngsten, der war ich damals. Ich war noch zu jung und konnte noch nicht in den Krieg ziehen.
‚Endlich, jetzt muss sie sich Zeit für mich nehmen‘ kam in meine Gedanken. Den Schluss habe ich so erfasst, meine damalige Mutter hat sich nie für mich interessiert. Nach so vielen Kinder kam ich unglücklicherweise auch noch in ihre Familie. Sie hat mich vernachlässigt. Meine beiden damaligen Schwestern kümmerten sich um mich. Hilflos stand ich da, vergebens wartete ich auf die Liebe meiner Mutter. Was soll ich tun?
‚Nur noch drei Jahre, dann kann auch ich zur Armee.‘  

Diesen Satz prägte sich in mich hinein. Damals war die Armee meine ‚Liebe‘ welche ich von meiner Mutter nicht erhielt. Ein paar Jahre später, meine Mutter weinte und bat mich; nicht auch noch in den Krieg zu ziehen.
‚Es reicht, dass alle anderen schwer verletzt wurden oder tot sind. Du nicht auch noch‘.
Trotzdem zog los in den Krieg, aber auch mich ereilte bald der Tod. Also musste meine damalige Mutter und heute meine Mitbewohnerin ihre Schuld an mir abtragen. Ich erzählte ihr mein Erlebnis auf der Burg, sie konnte nichts damit anfangen. Besser ist es, solche Erfahrungen für sich zu behalten.

Auf dem Weg zum Schloss Tirol

Meine Vorliebe galt den Burgen und Schlösser. In Irland und Spanien hatte ich die Gelegenheit jeweils in einem Schloss oder Burg zu übernachten. Ohne Geistwesen.

Für meinen nächsten Besuch bei Christine mietete ich ein Auto, um ein paar der Burgen und Schlösser zu besuchen. Ab und zu hatte Christine Zeit, gemeinsam fuhren wir zu Freunden von Christine, welche mich kennen lernen wollten.

Das berühmte Schloss Tirol, oberhalb von Meran, wollte ich sehen. Zwar fand ich keine Verbindung zu einem meiner früheren Leben, aber es wird bestimmt ein schöner Tag. Leider hatte Christine keine Zeit, somit nahm ich allein die Fahrt von Mals nach Meran unter die Räder. Der Weg war weit und die Sonne begrüßte mich mit voller Kraft. Das Auto parkte ich um einen Bummel durch Meran zu machen. Meran ist eine mediterrane Stadt geschmückt mit vielen herrlichen Blumen. Der Duft ließ mich in eine Ferienstimmung hineingleiten. Nach dem gemütlichen Rundgang fuhr ich hoch zum Parkplatz, wo der Weg zum Schloss begann. Viele Besucher waren auf dem Weg unterwegs zum Schloss. Eine größere Menschenmenge macht mir Angst. Ob ich trotzdem genug Platz im Schloss hatte? Ich bummelte mit der Masse in Richtung meines Ziels. Meinen Blick ließ ich über die hügelige Landschaft mit den Obstplantagen schweifen. Der Weg führte dem Hang entlang, links ging es runter in ein Tal. Immer wieder entdeckte ich kleine Häuschen. Weiter hinten war ein Bauernhof in die Landschaft eingebettet. Weiter ging ich auf dem Weg welcher zum Schloss führte. Langsam verlor ich das Interesse an den Gemäuer des Schlosses Tirol. In mir erschien ein Zeichen welches ‚unwichtig‘ bedeutete. Wieder hörte ich eine Stimme hinter meinem linken Ohr. Das ist die Begabung des Hellhörens. ‚Schau runter ins Tal‘. Mein Blick blieb an einem kleinen, schnuckeligen Schlösschen hängen. Die vielen Blumen zogen mich den schmalen, steilen Weg hinunter zu einem kleinen Jagdschlösschen. Ein paar Besucherinnen betrachten die Blumenmuster an den Wänden und dem aufgestellten Geschirr. Ein lieblich eingerichtetes Häuschen. „Bin ich hier an einem Ort aus einem meiner früheren Leben?“

Unklare Bilder erschienen vor meinem inneren Auge.

„War das ein wichtiges Leben?“

In mir kommt ein Nein. Putzlappen, Besen, Kessel erschienen. Ein junges Mädchen mit Kopftuch zeigte sich. Meine Einsicht war, damals war ich eine Magd in diesem Schlösschen. Also war das eine unwichtige Zeit. Ich tappte durch den zwergenhaften Garten. Die vielen Blumen erstaunten mich.

Nicht alle Inkarnationen sind wichtig für eine Seele. Sie will sich nach einem schwierigen Leben erholen, trotzdem kann sie Erkenntnisse erleben, welche ihr bei ihrer Entwicklung weiter helfen.

Manchmal frage ich mich, wenn ich schwer Behinderten begegne. Warum musst dieser Mann oder diese Frau ein solches Leben haben? Es erstaunt mich, dass diese Person immer ein Lächeln für andere haben. Sie sind trotz allem fröhlich. In einer kurzen Meditation bekam ich einen Markanten Blick auf ein früheres Leben solcher behinderten Menschen. Sie leisteten sehr viel für ihre Mitmenschen. Bekamen keinen Dank dafür. Ihnen wurden große ‚Steine‘ auf den Weg gelegt. Sie hatten zu Kämpfen in ihrem damaligen Leben. Ihre Seele wurde müde, sie ruhte sich nach ihrem Tod einige Erdenjahre in ihrer Heimat im Universum aus. Damit sie nicht so schnell wieder in ein schwieriges Lebens geriet, wählte sie sich einen behinderten Körper aus. Andere müssen sich um diesen Körper kümmern. Diejenigen, welche jetzt diese Pflege übernehmen, waren im damaligen Leben diejenigen, welche dieser Seele sehr viel Leid zugefügt haben. Mit der Pflege dieses behinderten Menschen bauen sie den Bereich des Karmas ab, welchen sie sich anschafften im früheren Leben. Ein Blick auf die Uhr zeigte, für das Schloss Tirol blieb mir nicht mehr genug Zeit. Ich musste den Heimweg unter die Räder nehmen. Christine würde sich zu viele Sorgen machen, wenn ich zum Abendessen nicht zurück war.

Befreiung der Seelen mit Christine und ihrer Gruppe

Wieder saß ich am Küchentisch von Christines Küche mit ein paar Frauen aus dem Dorf. Am vorigen Abend lauschten auch sie meinem Vortrag. Christine weihte mich ein, warum wir in dieser Gruppe zusammenkamen.

„Auch in unserem Tal, dem Vinschgau, fanden in früheren Zeiten heftige Schlachten statt. Viele junge Männer und auch ältere wurden dabei getötet. Nicht alle dieser Seelen waren noch nicht bereit zum Sterben. Die Seelen der in den Schlachten gefallenen Männer wollen zu ihren Familien zurück. Sie irren über dem Schlachtfeld herum, wissen nicht wie sie ihre Reise nach Hause antreten sollen. Inzwischen sind auch deren Familienmitglieder verstorben. Am heutigen Abend wollen wir wieder ein paar dieser Seelen befreien. Wir führen sie in die Lichtsäule damit sie in ihre Heimat im Universum zurück finden.“

Wir gaben der Nachbarin auf der linken und rechten Seite die Hand. Dabei konzentrierten wir uns auf die verirrten Seelen. Christine sprach ein Gebet, womit sie Gott bat uns zu unterstützen und die Seelen in Empfang zu nehmen. Wir visualisierten eine gelbe Lichtsäule, um die verirrten Seelen mit unseren Gedanken ins manifestierte Licht zu begleiten. Sobald sie in die Nähe der Säule kamen, wurden sie von einem Sog erfasst und sie schwebten in den Himmel zu ihrer Heimat im Universum. Endlich sind sie befreit und können hinter der Nebelwand die Seelen ihrer Erden-Familie, welche Seelenverwandte sind, treffen.

Mit dieser Art von Seele hatte ich noch keine Erfahrung. In den Seminaren mit Gay Muir lernte ich den verstorbenen Seelen zu begegnen. Die verirrten Seelen auf den Schlachtfelder können uns Angst einflössen. Christine sagte jedes Mal, wenn ich ins Südtirol kam: 
„Ich will nicht mehr länger leben. Ich will sterben.“

Mit dieser Arbeit verlor Christine viel Energien. Ich wusste nicht, wie oft sie wieder eine der Seelen befreite. Wir alle brauchten sie doch, sie hat eine Familie und viele Hilfesuchenden.

„Für dich ist es noch lange nicht Zeit dazu. Du bist sehr wichtig für uns alle. Gehe in deinen spirituellen Garten um deinen Körper und deine Seele zu erholen.“

Ich versuchte vergebens  sie zu beruhigen. Irgendwann verlor ich den Kontakt zu ihr. Vielleicht begegnen wir uns hinter der Nebelwand wieder.

Wenn ich einen Spaziergang in ihrem Dorf und im Land machte, versuchte ich verirrte Seelen zu finden. ich fand keine mehr, die Gruppe um Christine leistete ganze Arbeit. Von Mal zu Mal, wenn ich über den Reschenpass nach Mals fuhr, fühlte ich immer mehr Erleichterung. Das Tal war frei von den verirrten Seelen. Ich fühlte mich zu Hause.

Nach diesen Erlebnissen besuchte ich in der Schweiz verschiedene ‚Schlachtfelder‘ aus alten Zeiten. Inzwischen konnte ich verirrte Seelen ausfindig machen. Allein sollte man sich nicht mit der Befreiung, bzw. Säuberung der Schlachtfelder befassen. Eigentlich wäre das die Aufgabe der Kirchen.

Geschehen Unfälle, wo ein oder mehrere Menschen getötet werden, ist es genau dasselbe. Jene Seelen irren herum, sie können nicht begreifen, dass ihr Körper nicht mehr funktioniert. Es ist notwendig, dass mit den Toten sorgfältig umgegangen wird. Sie rufen uns um Hilfe. 

Im Gedenken an Christine Bliem, in den vielen Stunden im Südtirol durfte ich mit ihr Erfahrungen austauschen. Christine hat viel zu meinem heutigen spirituellen Wissen beigetragen.

Kloster oberhalb von Mals im Südtirol