Meine Erlebnisse
Meine Nahtod-Erfahrungen
Was sind Nahtoderfahrung
Ein Erfahrungsbericht eines klinisch Toten, der berichtet, dass er eine besondere Wahrnehmung in medizinisch diagnostizierten Zustand des Todes gemacht hat, aus dem er jedoch wieder ins Leben zurückgekehrt ist. Oft wird hier von einem Tunnel geredet, an dessen Ende sich ein grelles Licht befindet. Out of the body experiences Abk.: OBE, deutsch: AKE = Außerkörperliche Erfahrung; ein psychischer Zustand, in dem man die Wahrnehmung besitzt, sich außerhalb seines eigenen, physischen Körpers in einer Art geistigem Körper zu befinden; wird häufig auch als Astralreisen bezeichnet.
Wer die Gelegenheit bekam die Erfahrung eines Nahtodes erleben zu dürfen, erkennt, es gibt ein Leben im Universum nach unserem Leben auf der Erde. Ein Nahtod kann nach einem sehr schweren Unfall, bei schwerer Krankheit, in einer Lebensbedrohenden Situation vorkommen. Bitte geht mit den betroffenen Menschen sehr sorgfältig um. In dieser Situation gelangt die Seele in die Nebelwand, die Wand vor dem wirklichen Tod. Hier können wir immer wieder zurückkehren. Ich erlebte während meiner Bewusstlosigkeit wie ich meinen Körper von oben sah. Meine Mutter kniete vor meinem Körper und rief mehrmals meinen Namen. Damit wurde meine Seele aufgehalten weiter durch den Nebel zu schweben. In einer solchen Situation nur den Vornamen rufen, denn diesen kennt eine Seele. Keine Sätze oder andere Worte, damit wird die Seele verwirrst.
Nach einiger Zeit wurde ich durch einen inneren Knall aufgeweckt. Diesen Knall kann niemand außer der Person, welche bewusstlos ist, hören. Mit diesem Knall weiß ich heut, dass meine Seele auf ‚Wanderschaft‘ war und wieder zurück gekehrt ist. Wenn die Seele sich nicht im Körper befindet, befindet sich der Körper in einer ‚Scheintod‘ Phase. Nur den Namen mehrmals rufen, damit die Seele den zurück kommen kann.
Über 40° Fieber
Ich war sehr krank. Erstmals, als 18-Jährige erlebte ich meine erste Erfahrung mit der anderen Welt. Damals war ich nur auf meine Zukunft auf der Erde fokussiert. Ich wusste nichts über die Existenz einer Seele, schon gar nicht, dass ich eine Seele habe. Als kleines Kind hatte ich vor dem Einschlafen immer viele Besucher in meinem Bett. Es war immer sehr unterhaltsam mit diesen Wesen. Ich war nicht allein, das machte mich glücklich. Meinen Eltern erzählte ich nichts davon. Ich bin überzeugt, dass insbesondere Kinder, welche nach dem Jahr 2000 geboren wurden, den Zugang in die spirituelle Welt immer noch haben. Für sie sind solche Erlebnisse eine Selbstverständlichkeit. Später erweitere ich das Wissen über solche Erlebnisse. Solchen Erfahrungen gehe ich heute sehr sorgfältig damit um. Später erfuhr ich, eine Seele kann bei manchen Menschen schneller aus dem Körper schweben, ohne sich von ihm zu trennen. Sie sucht den Kontakt mit der spirituellen Welt im Universum. Bleibt sie für längere Zeit außerhalb des Körpers, befinden wir uns in einer Scheintod Situation. Meine Familie saß am Tisch beim Essen. Ich hatte keine Lust, stocherte im Essen, mein Magen verschloss sich. Meine Mutter bemerkte, dass es mir nicht gut ging.
„Lege dich hin, ruhe dich aus.“
Noch bevor ich mich ins Bett legen konnte, klappte ich davor zusammen. Alles wurde dunkel, ich fühlte und hörte nichts mehr. Später schwebte ich über meinem Körper, welcher am Boden lag. Mir war es sehr wohl, die Schmerzen waren wie weggeblasen. Meine Mutter beugte sich über meinen Körper.
‚Warum lässt sie mich nicht einfach in Ruhe?‘ Sie war nie um mich bemüht, wenn es mir nicht gut ging. Es war ihr egal ob es mir gut oder schlecht ging. Endlich geht es mir gut. Meine Mutter rief immer wieder meinen Namen. Das beeindruckte mich nicht, ich schwebte über dieser Szene, hörte immer wieder meinen Namen. Gehörte der wirklich zu mir? Mir ging es sehr gut, meinen Körper spürte ich nicht mehr, er lag einfach am Boden. Die Szene verschwamm, wieder wurde es dunkel. Irgendwann erwachte ich in meinem Bett.
Auf dem Meer
Bald nach jenem Erlebnis besuchte ich als 18-Jährige meine Brieffreundin Elisabeth in Norwegen. In Oslo besuchten wir ein paar Sehenswürdigkeiten, eine Bilder-Galerie, eine Oper in Norwegisch. Am nächsten Tag fuhren zu ihrer Familie, welche an der Küste des Oslo-Fjords in Horten lebte. Meine Freundin nahm mich mit zu einem Stapellauf eines in der Werft fertiggestellten Containerschiffes. Wir im Binnenland können nie solchen Erlebnissen folgen. Eine Champagnerflasche wurde zerschlagen, nur den Namen des neuen Schiffes habe ich nicht mehr in Erinnerung.
Den Rest unserer Ferien verbrachten wir im Ferienhaus ihrer Familie. Diesmal hatten wir keinen Blick auf das Meer, die Berge verdeckten die Sicht. Ich fühlte mich wunderbar erholt und war glücklich. Den Rückweg organisierte Elisabeth. Am Nachmittag standen wir am Pier bereit, schauten immer wieder in Richtung Oslo, woher unser Schiff wo ein Schlafplatz für uns reserviert warm kommen soll. Es nahm uns in Horten auf und brachte uns bis nach Arhus in Dänemark. Elisabeth schaute immer wieder beunruhigt gegen den Himmel.
„In dieser Nacht könnte ein Sturm aufkommen.“
Mich beunruhigte das nicht, ich war noch nie mit einem Schiff auf dem Meer unterwegs. Nach einem kleinen Abendessen, etwas brauchte unser Magen, aber nicht zu viel, betrachteten wir die Wellen auf dem unruhigen Meer. Eine Ansage vom Kapitän machte uns unruhig.
„Alle Passagiere in ihre Kojen. Niemand darf sich in anderen Räumen aufhalten.“
Schade, es war so etwas Besonderes nur noch Wasser rund um das Schiff herum zu sehen. Die Wolken wurden immer dunkler, es war beinahe Nacht, obwohl es noch nicht spät war. Alle mussten sich in den Schiffsrumpf in die Kojen retten.
Mir wurde derart übel, ich rettete mich in die Toilette wo ich vor der Toilette kniend längere Zeit verbrachte. Meine Freundin rief mich immer wieder:
„Komm raus, du musst dich in dein Bett legen.“
Ich schwebte über dem Meer, verspürte keine Angst, nur Verwunderung über die hohen Wellen, welche über das Schiff stürmten. Meine Freundin rief immer wieder meinen Namen. Zurück von meinem schwebenden Ausflug fand ich mich wieder in der Toilette. Erst jetzt hörte ich die Stimme meiner Freundin. Mir wurde bewusst, diese Toilette muss ich tatsächlich verlassen, öffnete die Türe und fiel zusammen, die Dunkelheit umfasste mich. Meine Freundin rief nach einem Angestellten, um ihr zu helfen. Zwei Männer vom Personal trugen mich aus der Toilette in meine Koje. In jener Nacht fegte ein heftiger Sturm übers Meer. Die Wellen überrollten das Schiff. Am anderen Morgen erwachte ich ohne Schmerzen und erholt in meinem Bett. Meine Freundin erzählte mir was geschah. In dieser Nacht wurden alle, auch das erprobte Personal, von der Übelkeit befallen.
Schwimmen im Meer
Mit ein paar Freunden verbrachte ich Camping-Ferien auf der Insel Korsika. Unsere Interessen waren nicht auf dem gleichen Level. Ich wollte ins Meer, suchte mir eine Bucht, wo das Meer etwas ruhiger war. Mit meiner Luftmatratze watete ich ein paar Schritte ins Wasser, aber musste gegen den starken Wind kämpfen. Die Matratze hob immer wieder ab, ich musste sie gute halten, konnte sie doch noch aufs Wasser legen, um mich drauf zu legen. Sofort ruderte ich mit kräftigen Armschlägen, wie in einem kleinen Ruderboot, weiter hinaus ins offene Meer. Ich legte mich hin, um mich auszuruhen und ließ mich, ohne mir Gedanken darüber zu machen, in den Wellen treiben. Der heftige Wind schob sich immer wieder unter die Matratze. Ich kämpfte gegen den Wind. Meine Kraft ließ immer mehr nach. Lange konnte ich mich nicht auf der Matratze halten. Ein kräftiger Windstoß schob mich von der Matratze in das unruhige Nass. Im Wasser hielt ich die Matratze immer noch fest, mit den Schwimmbewegungen kämpfte ich gegen das Absinken. Mein Kopf musste über dem Wasser bleiben. Ich kämpfte mit der Matratze, versuchte wieder aufzusteigen, aber der heftige Wind war stärker als ich. Meinen Kopf musste ich über dem Wasser halten.
Irgendwann blies eine Windböe mir die Matratze endgültig aus meinen Händen. Die Wellen trugen sie immer weiter fort. Immer wieder versuchte ich diese zu fassen aber die Distanz wurde immer grösser. Die Kraft reichte nicht mehr, um ihr nachzuschwimmen. Mir wurde bewusst, die nächsten Nächte musste ich auf dem Boden schlafen. Ich wollte zurück ans Ufer schwimmen, aber die Wellen zogen weg vom Ufer hinaus auf das offene Meer. Irgendwann waren meine Schwimmbewegungen zu schwach, die Kräfte verließen mich Total.
„Ist es jetzt das Ende meines Lebens?“ fragte ich mich.
Mir wurde bewusst, mein Leben wurde hier beendet. Wenn ich jetzt den Kampf aufgebe, war es das Ende meines noch jungen Lebens. Meine Familie schoss es mir durch den Kopf. Ich kann mich nicht mehr von ihnen verabschieden. In meinen Gedanken sagte ich adieu. Meine Stoßgebete in den Himmel sollten gehört werden, soviel Hoffnung hatte ich noch. Es wurde still, meine Schwimmbewegungen habe ich aufgegeben und langsam sank ich weiter nach unten. Die Angst umklammerte mich. Eine letzte Hoffnung, da eine innere Stimme meldete sich.
‚Dreh dich um und schaue zum Ufer‘ erst jetzt realisierte ich, nicht alle Wellen zogen hinaus auf das Meer. Die Wellen hinter mir zogen in die Richtung auf das Ufer zu. Das Meer war in einer Bucht, die Wellen mit denen ich bis dahin kämpfte, zogen hinaus auf den großen Ocean. Ich atmete tief ein, neu Kräfte durchfluteten meinen Körper. Ich legte mich in die Wellen und ließ mich von ihnen bis zum Ufer treiben. Diesmal verließ mich meine Kraft nicht mehr. Das Wasser spritzte immer wieder in mein Gesicht und über meinen Kopf. Ich betete, die Kräfte durften mich nicht verlassen. Immer wieder zogen die Wellen über mich hinweg. Wie lange kämpfte ich mit den Wellen? Ich kümmerte mich nicht darum, es dauerte einige Zeit. Ich konnte die Distanz zum Ufer nicht abschätzen. Ganz langsam, Zentimeter um Zentimeter kam das Ufer immer näher. Mit meinen Füssen versuchte ich immer wieder den Boden zu erreichen, bis ich endlich Boden unter meinen Füssen spürte. Für diesmal war mein Leben gerettet. Glücklich legte ich mich, ohne Tuch, in den Sand am Strand. Die Luftmatratze war nicht mehr sichtbar; der Wind trug sie hinaus in die Weite des Meeres. Noch einmal am Tod vorbei geschrammt. Oder wie man so schön sagt, ‚Dem Teufel vom Karren gefallen.‘
Bestimmt erlebten viele von euch eine Lebensbedrohende Situation. Vielleicht habt ihr mit eurem Leben abgeschlossen. Wer rettete euch? Wie gelang es euch auf unerklärliche Art zurück ins Leben zurück zu kommen. Denkt einmal über eure persönlichen Erlebnissen nach.
Seid achtsam mit eurem Körper
Eure Seele möchte so lange wie möglich in eurem gesunden Körper bleiben. Sie hat die Aufgabe, sich weiter zu entwickeln. Geht keine zu großen Risiken ein, bringt euren Körper nicht in unnötige Gefahren.
Ich weiß, für einige von euch ist es wichtig, das Adrenalin zu spüren. Irgendwann könnte es zu viel Adrenalin werden. Ein Körper wird schwer verletzt oder du erleidest einen viel zu frühen Tod. Diesmal ging es nicht gut für dich aus. Euer Schutzengel war da, er versuchte euch zu helfen, aber leider hört ihr nicht auf seine Impulse.
Die 5er Seilschaft
Mein Bruder kletterte auf alle Viertausender Berge in seiner Reichweite. Irgendwann stand er auf jedem Viertausender, den es in der Schweiz gibt. Auch das Matterhorn gehört zu seinen Kletterkünsten. Eines Tages erzählte er mir:
„Ich habe eine Tour auf den Kärpf mit nur 2794 m ü. M. geplant. Deine Freundin und du können auch mitkommen.“
Ich machte mich auf eine strenge Tour gefasst. Wir mussten am Samstag losfahren und einen längeren Weg hoch zur Hütte gehen, welche unterhalb des Einstieges zum Gipfel stand. Dort war für uns ein Platz im Lager reserviert. Auf dem Weg zur Hütte kamen wir bei einer Alp vorbei. Die Sennen habe soeben einen Teil ihrer Kühe gemolken. Sie boten uns frische Milch ab Kuh an. Ganz glücklich war ich nicht damit, die anderen genossen die frische Milch. Ich wusste, mein Magen erträgt keine frische Milch. Kurz darauf wurde mir Übel. Wir sollten weiter bis zur Hütte hoch gehen.
„Dort oben hinter dem Fels siehst du ein Stück Dach der Hütte. Dort hin wollen wir.“
Meine Beine wurden steif, sie wollten sich nicht mehr bewegen. Zurück ins Tal konnte ich nicht, bald dunkelt es. Allein ließ mich mein Bruder nicht gehen. Mein ganzer Körper wurde blockiert. Mein Bruder schaute mich an und stellte fest:
„Du bist ganz weiß im Gesicht. Geht es dir gut?“
Nicht einmal den Kopf schütteln konnte ich. Schnell reagierte er:
„Du hast den Bergkoller. Wir nehmen dir deinen Rucksack ab. Ich muss dich hochtragen.“
Jemand nahm ihm seinen Rucksack ab und eine andere Person übernahm meinen Rucksack. Mein Bruder trug mich Huckepack hoch bis zur Berghütte. In der Hütte setzte er mich an einen Tisch.
„Eine Suppe musst du wenigsten essen. Morgen müssen wir den Kamin hochklettern. Das braucht viel Kraft.“
Diesmal konnte ich wieder mit dem Kopf nicken. Mir war bewusst, ich durfte nicht versagen. In Meditation und der Selbstheilung kannte ich mich bereits aus. In Kursen mit Gay Muir hatte ich das alles gelernt. Nach der Suppe ohne Abendtoilette half mir meine Bruder ins Bett, damit sich mein Körper wieder erholen konnte. Mir war bewusst, das war eine weitere Grenzerfahrung mit meinem Körper. Vermutlich hatte ich bereits als kleines Kind mehrmals solche Erfahrungen, meine Kräfte versagten öfter mal.
Am frühen Morgen wurde ich geweckt. Nur wenig Frühstück für die Route auf den Gipfel genügte. Eine weitere Übelkeit musste verhindert werden. Wenig Gewicht in meinen Rucksack musste ich tragen.
„Wie fühlst du dich? Es gibt nur den einen Weg über den Gipfel. Den kann ich dir nicht ersparen.“ ich nickte:
„Es geht besser. Ich schaff das.“
Ein unsicheres Lächeln begleiteten diese Worte. Ich musste meinen ganzen Willen einsetzen. Es wird einige Stunden dauern hoch zum Gipfel und wieder runter ins Tal.
Mit ruhigen, regelmäßigen Schritten gingen wir hoch bis zum Einstieg ins Kamin. Mein Bruder lernte in der Hütte noch zwei allein gehende Frauen kennen. Sein Seil war lange genug um uns alle hintereinander fest zu machen. Ich wurde hinter meinem Bruder angeseilt, dahinter meine Freundin und dann die beiden Frauen aus Zürich. Ich kannte das Klettern eines Kamin. Man muss mit beiden Beinen dagegen stemmen und mit den Händen immer wieder einen Halt am Fels finden.
„Wir gehen ganz langsam, dich kann ich halten, falls du eine Schwäche bekommst.“
Mir wurde wieder bewusst, sobald mein Körper versagt, stürzen wir alle in die Tiefe. Dann wären vermutlich wir alle tot. Ich sah nur kurz das Gesicht meiner Mutter vor meinem inneren Auge. Sie wehrte sich dagegen, dass ich mit auf diese Tour gehe.
„Diese Tour ist nicht schwierig. Wir haben schon viel schwerere Touren gemacht.“ Entgegnete ich ihr.
Immer wieder stieß ich ein Gebet zu meinem Schutzengel. Nach und nach bekam mein Körper immer mehr Kraft. Mit meinen Beinen drückte ich mich gegen die Wand des Kamins, mit den Finger tastete ich immer wieder nach einer Stelle, wo ich mich halten konnte. Mein Bruder kontrollierte immer wieder das Seil und schaute zu mir zurück, bis wir alle hoch oben auf dem Gipfel standen.
In späteren Jahren wechselte ich von den Bergen zum Pferd. Ich lernte in England reiten, in Irland ritten wir in einem riesigen Schlosspark über die Hindernisse und über Hügel.
Auf den langen Touren im Sattel eines Pferdes durch die Weiten von Andalusien in Spanien kam es wieder vor, dass mein Körper an die Grenze kam. Inzwischen lernte ich damit um zu gehen. Einer der Tagesritte war neun Stunden lang. Nur eine Mittagspause erlöste uns von dem harten Holzsattel mit Fell. Es war heiß, Die Galoppstrecken raubten mir immer mehr Kraft. Der Ritt durch eine Rinderweide war auch nervlich sehr anspannend. Die Leiterin zeigte uns:
„Dort hoch oben ist das Dorf wo wir übernachten werden.“
Wir sahen viele weiße Punkte, welche kleine Häuser auf einem Berghang sein sollen. Einige in der Gruppe dachten gleich wie ich.
‚Diese erreichen wir heute bestimmt nicht mehr. Wir müssen uns auf eine Übernachtung im Freien vorbereiten.‘
Wieder im Galopp auf den Berg zu. Der Atem wurde immer anstrengender. Endlich kamen wir am Fuß des Berges mit dem Dorf hoch oben an. Im Schritte kämpften sich unsere Pferde auf der asphaltierten Straße die Serpentinen hoch. Der Atem aller Reiterinnen und Reiter wie auch der Pferde wurde immer anstrengender. Unsere Körper mussten die aller letzte Reserve abholen. Ich betete, damit mein Pferd nicht schlapp machte. Ganz locker im Sattel ließ ich mich hochtragen. Keine weitere Anstrengung. Endlich, nach über einer Stunde kamen wir um eine langgezogene Kurve die ersten weißen Häuser strahlten in der späten Abendsonne. Die Bewohner standen am Rand der Dorfstraße, sie begrüßten uns mit dem Klatschen. Sie freuten sich auf unsere Ankunft. Ein Dorffest war im Gange. Mein Herz raste. Noch länger und ich wäre zusammengekappt. Nur noch vom Pferd runter rutschen, irgendwie. Mit wackligen Beinen stand ich neben meinem Pferd. Auch er war dankbar, dass dieser Tag zu Ende ging. Helfer nahmen uns die Sättel ab. Der Jeep mit unserem Gepäck wartete vor der Herberge. Im Dorf gab es ein großes Fest. Nach dem Essen hatten wir uns wieder erholt. Das Fest nahm uns auf, man holte eine nach der anderen auf die Tanzfläche. Wieder eine Anstrengung, aber diese war positiv.
Die unsichtbare Hand
Im Tessin hatte ich eine Besprechung, wovon ich mir ein lukratives Geschäft mit einer positiven Zukunft erhoffte. Unsere Vorstellungen entsprachen weder mir noch meiner Gegenpartei. Wir wurden uns nicht einig. Nein, ich war nicht wütend auf die Gegenpartei. Wieder einmal machte ich mir zu viele Hoffnungen. Ich nahm die Fahrt zurück nach Hause über den Gotthart-Pass nachts im Nebel unter die Räder. Auf der Fahrt fühlte ich mich tief enttäuscht. Ich war betrübt und unsicher. Wie weiter in meinem Leben? Ich hatte keine Hoffnung, jede Variante zeigte sich chancenlos für eine positive Wendung. Die Kurven der Straße erkannte ich nicht mehr. Ein Gedanke stieg hoch: ‚Wieviel Sinn machte mein Leben noch?‘ Vor einer Stunde starb meine letzte Hoffnung. Für mein Leben erkannte ich keinen Sinn mehr. Die Straße stieg immer höher auf die Passhöhe zu. Die Gelegenheit war gekommen, um meinem Leben ein Ende zu setzen. Irgendwann und irgendwo werde ich meinen Wagen statt um die Kurve zu lenken, einfach gerade hinaus laufen lassen. Ich erhöhte das Tempo und fuhr schneller als es angebracht war.
Der Nebel verdeckte die Sicht auf die Straße, das gesamte Gelände verschwand im Nebel. In hohem Tempo fuhr ich um die gefühlten Kurven. Mir war nicht bewusst wohin mich diese Straße führte. Meine Hände hielten das Lenkrad, meine Gedanken waren im Tessin bei meiner Besprechung. Wann und wie ich das Lenkrad drehen sollte war mir nicht bewusst. Mein seelischer Begleiter war alarmiert. Er griff ein, meine Hände spürte ich nicht mehr. Ohne mein Bewusstsein, wurden meine Hände geführt. Mein Fuß löste sich vom Gaspedal. Meine Sinne versanken im inneren Nebel. Irgendwie bemerkte ich, ich befand mich im Dorf unten im Tal wo der Gotthardpass begann. Ohne Schaden fuhr ich weiter nach Hause. Wie fühlte ich mich? Nichts, ich war einfach irritiert. In einem rasanten Tempo, im dichtem Nebel über den Gotthard zu fahren müsste tödlich enden.
Hätte ich auf dieser Strecke über den Gotthardpass das Lenkrad zu spät gedreht, wäre ich in den sicheren Tod gestürzt. Ich hätte keine Gelegenheit mehr gehabt, mein Leben zu ändern und mich mit meinen Feinden zu versöhnen. Ich bedankte mich bei meinem Meister. Er wusste, für mich durfte es noch kein Lebensende geben. Viele Aufgaben warteten auf mich.
Solche unsichtbaren Hände hat wahrscheinlich schon mancher von euch gespürt. Bedanke dich bei deinem Geistführer deinem Begleiter.